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"RAAAAAAAA" und *grmlbrmmlhrmmmm....*

Posted by Tim E. on Samstag, Oktober 25, 2008
Und wieder einmal nähern sich unsere ach so geliebten Ferien dem Ende.
Und wieder einmal rufe ich in mir auf, was ich geschafft habe und was ich vorhatte und nicht schaffte.

Und setze ich mich hin und schreibe tatsächlich all die Dinge auf, die ich vorhatte zu tun (wa ich jetzt tun werde).... nun, ihr werdet sehen. Also, folgendes hatte ich ursprünglich vor:

- Eragon 1 lesen
- Eragon 2 lesen
- Eragon 3 lesen (liegt auf meinem Bett!)
- Die Ratten lesen für die Deutschstunde am Montag
- Meine Bahncard kündigen
- Endlich den beschissenen web.de-Account kündigen
- Gebärdensprache lernen
- Die Noten für meine Klavierstücke raussuchen, die ich zu meinem Abi spielen will
- Ein Lied in die Notenform bringen
- Ein Bild malen
- Mindestens ein Lied komponieren
- Maße des Betts meiner Mama nehmen
- Aufräumen
- Was für den Intiguide machen
- In ein Freundebuch scrizzeln
- Mich um das Abibuch kümmern

Das ist das, was mir spontan einfällt.

Nun die Liste der Dinge, die ich geschafft habe:

- Ich habe in ein Freundebuch geschrieben
- Ich habe die Noten eines von vier Liedern wiedergefunden
- Ich habe mein Zimmer zur Hälfte aufgeräumt und schon wieder verdreckt

Zusammenfassung:

Die Ferien sind vorbei, ich habe nichts geschafft. Statt meiner Pläne habe ich gesoffen, gesoffen, gepennt, PC gespielt, mit Freunden gesoffen, Schlübbertalk gehalten, geschlafen, bei nem Freund gesoffen und PC gespielt, anschließend gepennt und dann habe ich noch gesoffen.


Bilanz/Fazit:

RAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!
*grmlbrmmlhrmmmm....*


Das wird nix mehr mit dem Leben....

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Ein Verzeichnis für Schüler?

Posted by Tim E. on Dienstag, Oktober 21, 2008
Und wieder einmal wurde ich enttäuscht.

Nein, es war weder das Einstauben meiner Stereoanlage, noch die Enttäuschung über die Tatsache, dass ich das ganze Geld, das ich mein Leben lang gespart hatte (nun ja, fast alles) auf einen Schlag ausgegeben hatte... es war die Enttäuschung über das Schülervz und die Beschränktheit in der Namensgebung.

So hatte ich mich nach einem Jahr endlich dazu durchgerungen, meinen Spitznamen "4mock" eintragen zu wollen, und schon wird man derbe mit einer Nachricht, der folgenden ähnlich, enttäuscht:

"Beim Ändern deines Spitznamens ist etwas schief gegangen. Der Spitzname enthält ungültige Zeichen."

Als ob man nicht einen Spitznamen mit Zahlen haben könnte? Ich scheine ja wohl der Gegenbeweis zu sein.


Doch nein, zu Boden geworfen und unterjocht wird man, erdreistet man sich, einen Namen mit Zahlen anzunehmen. Natürlich, ich bin gegen die Behandlung eines Menschen als Nummer ("Guten Tag, Herr 4885629!" "Ah, Nachbar #14, wie geht es heute Ihrer Tochter #3?"), aber als Spitzname werd ich doch wohl noch eine Zahl benutzen dürfen?


Ich sag dazu nur: "Schülervz! Dreist!!"

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Deutschlands schlimmster Straßenschreck

Posted by Tim E. on Donnerstag, Oktober 09, 2008
Als ich heute morgen erwachte, schwirrten noch die letzten Phrasen von menschentötenden Autos und knochenbrechenden Bussen durch meinen Kopf und mit einem letzten Zittern schüttelte ich auch jenes Automobil von meinem Ohr, welches sich doch so herzhaft darin verbissen hatte.

"Na prima", waren die meinigen Gedanken, "meine Prüfung ist erst in knapp 3 Stunden und trotzdem zitterst du schon..."

Galant und kein Stück überheblich schwang ich mich aus meinem Bett, stolperte in die Hose, knallte mir zwei Toast in den Toaster, aß einen, übergab mich fast in das Klosett und beschloss anschließend, lieber irgend etwas beruhigendes zu machen, bevor ich den erneuten Versuch der Nahrungsaufnahme starten sollte.

Leider war es Mister Time, der an die Tür klopfte und mich mit gebieterischer Stimme zwang, die Wohnung zu verlassen.


So pendelte ich mit einem flauen Gefühl in der Magengegend zuerst zum Lehrerzimmer meiner Schule, wo ich das ach so sorgfältig hergestellte Kunstprojekt in ein Fach meiner Wahl schleudern ließ und schritt erst anschließend zügig in Richtung Fahrschule.

Der Herr Zeit hatte es gut mit mir gemeint und mich einiges früher als gedacht aus seinem Taxi gelassen, sodass ich gute fünf Minuten hatte, um noch kurz mein aktuelles Lieblingslied über die Sony Ericsson-Kopfhörer in mein Gehirn dröhnen zu lassen (es ist übrigens White Storm von Ensiferum).

Doch mit dem letzten Beckenschlag war es auch schon Ron, der mir in das Gesicht grinste und irgendetwas zu sagen versuchte, doch leider verstand ich durch diese Ohrstöpsel einfach kein Wort. Nun, eine Befreiungsaktion, ne knappe Begrüßung und einem liebevollen Fausttausch später war ich es dann, der an dem Steuer des Golfs saß und immer noch innerlich aufgewühlt die Außenspiegel einstellte.


Und dann habe ich alles gerissen, verpatzt, abgewürgt und versemmelt, was man sich bei einem Fahrschüler vorstellen kann. Und das ist echt ne Menge.
Ein Buch, welches mir gerade so vorliegt, fasst einen Begriff recht passend zusammen:

Abwürgen, das: Fähigkeit, die Anfänger bis zur Perfektion beherrschen, speziell mitten in der Kreuzung ... Die anderen Autofahrer spenden daraufhin stets beifall per Hupkonzert.
Nun, ich probierte mit angezogener Handbremse anzufahren, schaltete das Fernlicht anstatt des Blinkers ein, erschreckte zwei Kinder, spülte ungewollt die Scheiben, probierte in Sackgassen, Einbahnstraßen falschherum, in Fußgängerzonen oder auch in "Für Autos verboten"-Zonen zu fahren, schaffte es vier Mal den Gang nicht richtig einzulegen und den Motor verrecken zu lassen, verschlief eine Grünphase, übersah eine durchgezogene Linie, probierte an einem Bahnübergang zu überholen und parkte so grottig ein, dass ich gleich auf der Straße hätte stehen bleiben können.

Rons Kommentare und Lobgesänge fielen ebenso karg aus, wie meine Fahrkünste am heutigen Tag erschienen.


Und als ich es endlich auf dem TÜV-Gelände zum Stillstand geschafft hatte, war es wie das Sahnehäubchen auf einer fetten Torte, als der Prüfer, der zielstrebig unser Auto aufsuchte, sich Ron beiseite nahm und eine Viertelstunde sich erst einmal mit letzterem stritt.

Fahrlehrer, der: [...] Seine Qualitäten kommen erst bei der Fahrprüfung zum Vorschein: Der ideale Fahrlehrer versteht es meisterhaft, den hinten sitzenden Prüfer in abstruse Gespräche zu verstricken und derart abzulenken, dass dieser gar nicht merkt, welchen Stuss der Prüfling zusammenfährt, sondern anschließend freudig zur bestandenen Fahrprüfung gratuliert.
So steht es geschrieben. Doch was ist der Fall, wenn es der Fahrlehrer ordentlich mit dem Fahrprüfer versemmelt hat?

Richtig.
Keine Ablenkung.
Blanke Aufmerksamkeit.
Der eiskalte Blick des Prüfers auf den aufgestellten Nackenhaaren.

Und nach einer weiteren Viertelstunde des Wartens und Hoffens war ich an der Reih.
Fast wie tiefster Sarkasmus bohrte sich der mit einem Lächeln begleitete Händedruck in mein Herz und hinterließ dieses Gefühl der Unbehagnis.

Und ich musste losfahren.
Runter von dem TÜV-Gelände und raus in die große, weite, gefährliche Welt...


!--! spannendes Musikintermezzo !--!


Blinker setzen, bremsen, umschauen. Runterschalten, anfahren, abbremsen um vor den Laster schauen zu können. Anfahren, bremsen. Abwarten, bis Autos vorbei sind. Anfahren, einlenken, stehen. Blinker nachsetzen, anfahren, dreifach absichern und links rum. Zweiter Gang. Gas. Dritter Gang. Gas. Blinker nach links zwecks Fahrstreifenwechsel, Innenspiegel, Außenspiegel und Schulterblick, rüber. Gas. Bremsen. Leerlauf zwecks Fußentspannung. Auf dem Lenkrad mit den Fingern trommeln, eine Melodie summen, dann den stechenden Blick des Prüfers durch den Rückspiegel auffangen. Schweigen. Erster Gang, anfahren. Zweiter Gang, über die Kreuzung, in die Zone 30.
Links, links, geradeaus, rechts, aufpassen, blinken, ausweichen, Fahrad vorbeilassen.

Bis jetzt kein Kommentar des Prüfers.

Blick zu Ron. Guckt grimmig. Gut? Gas. Um die Grünfläche fahren, rechts abbiegen. Ende Zone 30. Dritter Gang. Gas. Vierter Gang. Bremsen. Ampel.

"Links abbiegen bitte."

Einordnen. Grün. Pfeilampel? Keine Ahnung, abbremsen und schauen, schauen, schauen.... Nickerchen... schauen, schauen - Gas.
Zweiter Gang, Gas, dritter Gang, Gas, vier--- doch dritter und rollen lassen. Ampel. Abbiegen, wieder rechts. Autobahnbeginn. Bleifuß. Dritter, Vierter Gang. Rauf bis 90 km/h, dann fünfter Gang. Alles gut.
Schließlich Ausfahrt, gleiche wie in der Probefahrt davor. Prüfling hat dazugelernt. Schulterblick, rechts halten. Blinker setzen, ganz abbremsen, zwischen LKW und Leitplanke durchquetschen, vorfahren bis zur Ampel. Abbiegen, gerade weiter.

"Auf den TÜV-Parklatz, bitte."


Ich parke auf dem Parkplatz, von dem wir auch gestartet sind und schaue auf die Uhr.

"Mistig, das Einparken fehlt noch... "

"Geburtsdatum?"

Eine fiese Frage, mit der ich nicht gerechnet hatte. Doch nach 20 Sekunden hatte ich schon die Antwort parat. Und scheinbar im gleichen Zuge überreicht mir der Mann eine kleine, unwichtig aussehende Plastikkarte, die in unserer Gesellschaft jedoch einen unglaublich hohen Wert hat...

Nichts. Keine Beanstandung, keine Fragen, keine Kommentare. Einfach nichts. Ron schaut btw. auch nicht schlecht, er ist stolz auf mich.

Und ich stehe da, in der Mittagssonne, habe meinen Führerschein. Einfach so. Und dabei war die Generalprobe so grässlich...


Zufrieden funkelt mir der "Lappen" entgegen, in Siegespose lächle ich mir selbst ins Gesicht.
Wer darf morgen Abend nach Hause fahren? Allein? Wer hat das Privileg, die Geschwister in oberpeinlichen Auftritten von den Partys abzuholen? Wer muss nun einkaufen fahren?


Ich.


Ich war selten stolzer auf mich selbst.

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In unserer Küche

Posted by Tim E. on Sonntag, September 28, 2008
Gerade eben standen wir zu dritt in unserer Küche um den Mülleimer und schauten tief in jenen hinein, da wir soeben eine große, grüne Schimmelflechte auf dem Boden des Bottichs entdeckt hatten.

Tim: "Und nun?"
Flo: "Wir machen das wie jede Woche. Wir kaufen uns nen neuen."
Jonny: "Also ich mach den Deckel einfach drauf."

Nun, so verbleiben wir erst mal. Vielleicht haben wir ja in 2-20 Wochen feinste Erde!

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Für mich bitte Logenplätze!

Posted by Tim E. on Samstag, September 27, 2008
Sebastian und meine Wenigkeit sind heute groß ausgegangen.

Ich, gequetscht in einen Smoking meiner Wahl, mit Gamaschen und einem flotten Zylinder, natürlich mit Stock, und Sebastian, auch mit einer nicht weiter der Beschreibung nötigen Aufmachung, der meiner doch sehr ähnelte, haben uns heute mal ein wenig Kultur gegönnt. So bestellten wir uns eine Kutsche bis vor die Haustüre und ließen uns gar nobel zu jenem Konzert der Spitzenklasse fahren, wo wir uns beide nach einigen Häppchen und einem guten Glas Champagner auf den Plätzen unserer Loge breit machten und gespannt über die Reling glotzten.

Gar wie Statler und Waldorf aus der Muppetshow saßen wir dort und ließen uns berieseln von den Klängen, die ein Orchester, eine mehr oder weniger bigge Band, 40 Chorsänger und 2 Solistinnen hinlegen können.


Warum ich mich wie Statler fühlte? Oder Waldorf?

Nun, ich konnte diesem Konzert wenig Gutes abgewinnen. Und genau jenes, was mir nicht gefiel, werde ich nun hier zum Besten geben.


Es begann wohl alles mit dem Aufzug. Denn diesen fanden wir nicht, Sebastian meinte außerdem, dass er eh kaputt sei.
Trivial, ja, doch ist der erste Eindruck meistens der wichtigste.
So liefen wir die Treppen hinauf in den Aufenthaltsraum vor dem Konzertsaal und ließen die unseren Augen begierig nach einer Erfrischung über die Auslageflächen huschen. Doch statt auf einen Wasserspender oder Ähnliches zu stoßen, krallten sich unsere Blicke krampfhaft auf den Preisen fest, die selbst einen jeden Fast-Food-Laden mit seiner utopischen Kostenpalette in den Schatten stellt.

1,50 Euro für ein Becherchen Wasser, 2 stolze Euro für ein Becherchen Saft.
Somit bekomme ich für zwei Becher Apfelschorle (sprich Saft + Wasser) auch gerne einen Liter Hochgenuss mit Namen Chiquita, was wohl dem teuersten momentan erhältlichen Getränk auf dem deutschen Markt entsprechen sollte.
Nun, aber ich bin mir ja fast sicher, dass zwei Plastikbecher Apfelschorle ebenfalls nahrhaft sind...

So schlenderten wir weiter in den Konzertsaal, der uns mit einer besonderen Note der Marke "Muffige Menschen" begrüßte. Man darf es gar nicht glauben, aber nachdem wir des Röchelns müde waren, fanden wir sogar gleich einen wunderschönen Platz in der hinteren, rechten Ecke des Raumes, wo wir uns an die Wand lehnten und erwartungsvoll auf die weit, weit entfernte Bühne staunten.

Vier Stehlampen, alle eines unterschiedlichen Fabrikats, sorgten für eine mehr oder minder angenehme Atmosphäre auf der Talentfläche, und als mir Sebastian noch zuflüsterte, dass sogar die eine Lichtschleuder in dem Wohnzimmer seiner Mutter stünde, war mir klar, dass der Abend ein voller Erfolg würde: Die Show konnte beginnen!


Programm für die folgende Stunde waren Lieder von ABBA, mit einigen Stücken von ABBA und schließlich und endlich ABBA. Ich rückte meine Brille zurecht und verschränkte die Arme.
Soso, ABBA, na dann fangt mal an.

Folgenschwere Worte gestalteten die Einleitung als einen Lacher meinerseits, da die nette, sprechende Person meinte, gäbe man „bei google Abba favourites ein, so ist das erste Ergebnis die heutige Veranstaltung“. Ich habe es gegoogelt. Mit meinem Handy. Und das Erste, was ich fand, war „Celebrity Guest Djs Play Their Abba Favorites“. Ah ja.
Vielleicht hatte ich mich auch vertippt, denn Sebastian fand bei seiner Handysuche etwas anderes, allerdings war der CJD-Abend erst an fünfter Stelle. Schade.

Als die Verbindung urplötzlich abbrach, das Konzert hatte begonnen, was nicht unbedingt ein Grund sein muss, ließen wir die ersten Impressionen der Musikkultur auf uns einströmen wie die Tropfen auf einem nach Regen geifernden Gesicht aufkommen und zerplatzen. Wie Kinder im Regen standen wir da, uns nach dem kühlen Nass streckend, die Zunge heraushaltend, um den Geschmack des einen oder anderen Tropfens zu erhaschen.

Unser einziger Fehler war, dass wir uns in der Stadt befanden, der Regen viel zu warm und ekelig war und nach Mief schmeckte.

Im übertragenen Sinne heißt das: Der Techniker, übrigens obercool durch Bling-Bling, Baggyshorts und Cappy aufm Kopp, verhunzte die Lautstärke phänomenal, die Gastband, die passenderweise „Die Band ohne Namen“ (o.Ä.) hieß, klimperte und schrammelte falsch drein und der Chor presste ein Lied heraus, welches mich nur unschwer an die Probephasen der Instrumente eines Orchesters vor dem Auftritt erinnerte. Ihr wisst schon, der Teil, wo alle durcheinander spielen. Nicht die Probe.

Um ehrlich zu sein: Der Chor war gar nicht so schlecht. Doch konnte ich überhaupt nicht erkennen, was sie da sangen. Also eine Melodie war vorhanden, aber was sollte sie darstellen? Krampfhaft begab ich mich in die Musikanalysephase, in der jede Stimme gekonnt analysiert und interpretiert, letzteres wohl weniger, wird.
Und dann fand ich in einer der Männerstimmen, die vielleicht von fünf Männern gesungen wurde, während annähernd 30-40 Frauen darüberträllerten, die Hauptstimme des Stückes.

Mit einem Aufseufzen lehnte ich mich zufrieden zurück. Aah, das Lied ist es also. Aber einen Moment, bitte, wie sollen denn die Anderen, die kein musikalisches Gehör haben, das Lied erkennen?
Richtig. Sie hatten keine Chance. Meine Schnellumfrage, die aus dem Betrachten diverser Gesichter bestand, hatte als Ergebnis, dass etwa 70 bis 80% der Befragten keine Ahnung hatten, welches Lied sie da hörten.

Aber schön, jaja. The party must go on, oder wie es so schön heißt, also ohne Verluste weitersingen. Und so gingen wir im Sauseschritt auf die Halbzeit zu, mindestens eine Handvoll Zuhörer hatten bereits den Saal verlassen, darunter auch die Leiterin der ganzen Veranstaltung.
Nun, sie ist eine beschäftigte Frau, sicherlich hatte sie noch dringende Dinge zu erledigen…. Schlafen oder so.

Und urplötzlich, ich hatte mich gerade auf dem Boden niedergelassen und spielte mit drei Staubmäusen eine Runde „Mensch, ärgere dich nicht“, wurde das Konzept herumgerissen, wie eine Trompete in einem Streichkonzert schallte es von den Wänden wieder.
Apropos Trompete, ich weiß nicht, was der Gitarrist der namenlosen Band mit seiner Klampfe angestellt hatte, aber sie klang wie ein verrostetes, angeschossenes Blasinstrument… nun ja, das nur am Rande.
Was ich eigentlich ausdrücken wollte, war die Veränderung in der Vorstellung. Als ich mich erhoben hatte, saßen die Chorsänger und an ihrer statt standen in der mehr oder weniger Mitte der Bühne zwei Damen, gekleidet in wunderschön blinkenden und funkelnden Kleidern, an denen jede Elster oder Motte gerne einmal genascht hätte.

Tiefe Löcher, die an Münder erinnern könnten, öffneten sich mitten in den Gesichtern der Beiden und zwei Klänge, wie Sirenengeschrei, entfuhren den Untiefen dieser Klüfte. Die kleine, dünne 15-jährige seufzte alsbald einen sachten Todeskuss in das Mikrofon, während sie die Fusselboa auf ihren Armen schleuderte und ungeheuer sexy wirkte. Fast wären die Staubmäuse ausgeflippt.
Und neben ihr hob auch ihre Mitsängerin die Stimme gen Himmel, jedoch mit dem etwa zehnfachen Stimmvolumen. Die Erste dann noch hören? Keine Chance. Eine Kombination ohnegleichen, vielleicht versteht ihr, warum ich so überrascht war.

So prügelte sich das Duo durch Sphären der Gesangskunst, in schwindelerregende Höhen (mir wurde wirklich schlecht), aber auch in Tiefen, die eher gebrummt klangen als gesungen. Doch als wäre dies nicht genug meinte unser achso toller DJ am Technikpult, Lautstärkeänderungen einbauen zu müssen – vielleicht war er auch einfach zu unfähig, um eine kontinuierliche Lautstärke zu halten, ich weiß es nicht.

Und dann, endlich, als unser Dreamteam geendet und unter bravem Applaus die Bühne verlassen hatte, konnte ich auch wieder aus meinem Versteck, bestehend aus Händen vor den Ohren, hervorkommen.

Die folgende halbe Stunde umschreibe ich lieber im Stakkato, da ich sonst Gefahr laufe, abzuschweifen:

Der Chor kommt wieder auf die Bühne, beginnt zu trällern, der Bass der namentlich hier nicht zu erwähnenden Band hat ein Delay von +/- 0,5 Sekunden und kann nicht spielen, die Gitarre klingt immer noch blechern.
Während sich das Keyboard durch fiese Dissonanzen schraubt, scheint der Chor in G-Dur zu singen, während das Orchester wohl in F-Dur spielt, aber immerhin klingt es gut abgerundet mit der dissonanten Klavierimitation aus Plastik.

Schließlich kommt wieder eine Solistin auf die Bühne, hinter vielversprechendem Lächeln versteckt sie das eigentliche Lied, doch dem Dirigenten scheint dies alles zu langsam, kurzerhand verkürzt er die eigentliche Pause und gibt einfach mal nebenbei den Einsatz für die Sängerin. Die, mehr oder weniger verwirrt, verpasst den Einsatz, fliegt aus der Zeile und findet für 15 Sekunden den Einsatz nicht wieder – tragisch, aber unterhaltsam.

Applaus, applaus, Manege frei und schließlich wieder Chor, Geträller, der Mann, der für die Kameras zuständig ist spielt auf seinen Monitoren mit einem kleinen Mädchen Pacman oder so etwas, Sebastian und ich lachen uns tot, und alles findet langsam ein Ende.

Round about 50 Zuschauer, 2 ½ schwenken mit Feuerzeugen, alle wippen mit und wir ziehen uns wieder die Kleidung an, die wir voller Enthusiasmus fallen ließen, um mitzutanzen.

Endlich.

Ach owei, ich meine natürlich „Leider.“


Doch was könnte den Abend denn mehr versüßen als ein Dirigent voller Tatendrang, der da sagt: „Nun, wir haben auch noch eine Zugabe eingeübt, die können wir eigentlich auch noch zum Besten geben!“

Zugabe, die: „Ein Ausruf der tobenden Menge, der nach mehr ist. Eine Zugabe wird gefordert, wenn die Darbietung Gefallen gefunden hat.“

Wir haben nicht gerufen. Wir wollten keine Zugabe. Eigentlich wollten wir nur raus und unsere an den Gaumen gepappten Zungen mit einem Getränk (günstigem Getränk, wohlgemerkt!) unserer Wahl lösen – doch nein.

So plärren die Guten noch lockere 5 Minuten weiter, die Menge ist außer Rand und Band, die Türsteher haben Mühe, die Türen geschlossen zu halten.

Irgendwann muss die Leiterin einen Weg hineingefunden haben, denn sie ist wieder da und unterhält sich ausgelassen mit einigen Damen von Welt. Klar, sie ist ja auch ausgeschlafen und sitt.


Doch auch der schönste Abend muss einmal enden. Wir verdrücken uns einfach klammheimlich und suchen das Klo auf. Nachdem wir einem kleinen Jungen die Tür gegen den Kopf geknallt (unabsichtlich) und ihn ausgeschmissen haben (absichtlich), trinken wir das Braunschweiger Rohrsystem leer und verlassen diesen herrlichen Ort so schnell, wie unsere Beine uns tragen können.


Das Fazit des Abends?

Bei der nächsten Vorstellung, die wir uns anhören werden, hätten wir gerne Logenplätze. Schön weit vorne, sodass jeder hören kann, wenn wir meckern.


Doch damit sich einige nicht aufregen, werde ich jetzt noch sagen, dass nicht alles schlecht war. Wirklich nicht. Ich habe bei „Mensch ärgere dich nicht“ gewonnen!

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In meinem Kopf fällt schon Schnee

Posted by Tim E. on Sonntag, September 14, 2008
Die Nase läuft, als ich mich des Morgens erhebe. Das Außenthermometer zeigt angenehme 12°C, der Himmel ist in einem eintönig Grau gehalten und der Bäume sonst so saftig grün erscheint blass und matt.

Der nahe gelegene Aldimarkt hat jene Leckereien in sein Sortiment aufgenommen, die einem jeden bekannt sein sollten als "Weihnachtsgebäck"; Spekulatius, Lebkuchen und diese runden, mit bunten Perlen besetzten Schokokringel.

Und nicht nur ich habe das Gefühl, dass Weihnachten und der Winter soeben begonnen haben - es ist zwar schon nach 18 Uhr, doch immer noch laufen alle in Bademänteln durch die Gegend, teils aus einer sich stetig nähernden Erkältungswelle, die schon die ersten Opfer gefunden hat, teils aus Faulheit, die zu dieser Jahreszeit einfach in den Knochen liegt.

Winter... ich verbinde mit ihm den Geruch nach Gebäck, feinem Lebkuchen und Tannennadeln; diese kalte Luft, die sich den Weg von der Straße in das Zimmer sucht, aber auch diesen Erkältungsgeruch, der einem ständig in der Nase hängt...
Morgens, wenn man in die Schule muss, ist es noch dunkel und wenn man um 15:30 aus der Schule kommt, dämmert es schon fast...

Wenn ich mir all das anschaue, was jetzt schon davon zutrifft, so muss ich sagen:


Der Winter hat für mich soeben begonnen.


In meinem Kopf fällt schon der Schnee. Unmengen feiner, kleiner Flocken. Ich freue mich auf den Winter.

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Dinge, die schmerzen

Posted by Tim E. on Dienstag, September 09, 2008
Eben hat mich meine Freundin angerufen...
und?
Meinte so, ich glaub es geht einfach nicht mehr...
looool
-.- Das beste komm ja noch. Ich fragte wieso.
Darauf sie "Du bist einfach zu nett. Ich hab 'nen Drang nach nem Arschlochfreund!
ROFL
-.-


Man sollte sich wirklich Gedanken um einige Individuen auf dieser feinen Erde machen... irgendetwas scheint nicht ganz zu funktionieren hier.

Echt mal.

Sich von einem Arschloch beleidigen, erniedrigen und schlagen lassen, damit dann zu einem netten Kumpel gehen, sich Stunde um Stunde aufmuntern lassen, um schließlich zu dem Arschloch zurückzukehren...


Diese Welt ist echt krank... während die Kriegskekse und Asozialenkleckse auf der Straße sowohl die Macht als auch die Mädchen haben, sitzen die netten Leute allein in ihren Zimmern und verrotten dort in feiner Einsamkeit.

Sollte das normal sein?


Ich finde nicht. Naja, ich hab nicht so viel Zeit, um das länger zu umschreiben...
gleich kommt ne gute Freundin vorbei, die heute verlassen wurde... ich werde sie wohl trösten.

Und dann wird sie um etwa 3:43 Uhr gehen und sich den ersten Macker schnappen.


Gott sei Dank bin ich nicht gutmütig und nett. Wirklich nicht.

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